Forschung zur Zukunft der Arbeit: Läuft ohne Hierarchien alles besser? | Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin Schöneweide

09.10.2024

Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin Schöneweide

Wie kann Kommunikation in und zwischen Organisationen zukünftig gestaltet werden, damit der Zusammenhalt gestärkt wird? An der HTW Berlin am Zukunftsort Berlin Schöneweide wird dazu ein spannendes Forschungsprojekt durchgeführt: Es untersucht, wie Unternehmen funktionieren können, wenn klassische Hierarchien durch sogenannte postbürokratische Praktiken ersetzt werden.

Forschungsschwerpunkt: Neue Wege der Unternehmensführung

Immer mehr Firmen reagieren auf die steigenden Anforderungen durch VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) und setzen auf innovative Organisationsformen. Anstatt strikter Hierarchien, fördern sie mehr Mitarbeitendenbeteiligung und Eigenverantwortung. Doch wie wirken sich solche Veränderungen wirklich auf den Arbeitsalltag aus? Genau das ist der zentrale Forschungsgegenstand des Dissertationsprojekts von Jasmin Leutelt unter der Projektleitung von Prof. Dr. Stefanie Rathje an der HTW Berlin im Studengang Wirtschaftskommunikation (in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena als Teil des Cohesion Lab). Durch Interviews und Beobachtungen werden Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen analysiert. Ziel des Forschungsprojektes ist es herauszufinden, wie solche postbürokratischen Ansätze in der Praxis umgesetzt werden.

Eine Frau mit kurzem, dunkelblondem Haar und lila Brille schreibt mit einem Stift an eine weiße Tafel. Sie trägt einen schwarzen Pullover und schaut konzentriert nach oben, während sie mit der rechten Hand schreibt und mit der linken Hand die Tafel leicht berührt. Hinter ihr stehen weitere Personen, unscharf im Hintergrund sichtbar.Foto: Prof. Dr. Stefanie Rathje

Herausforderungen und erste Erkenntnisse

Erste Erkenntnisse zeigen auf, dass die Praxis oft komplexer ist, als die Theorien vermuten lassen. Obwohl die neuen Ansätze viel Potenzial bieten, zeigt die Forschung auch die Herausforderungen auf. So sind Versprechen wie vollständige Selbstorganisation oder das sogenannte „Unternehmertum der Mitarbeitenden“ nicht immer realistisch umsetzbar.

Die junge Frau hat lange, braune Haare, die über ihre rechte Schulter fallen. Sie trägt eine weiße Bluse und eine feine, lange Kette. Sie lächelt, ihre Augen sind leicht geöffnet, und sie wirkt freundlich und aufmerksam. Der Hintergrund ist hellgrau und schlicht.Foto: Jasmin Leutelt

Bedeutung für die Zukunft der Arbeit

Das Forschungsprojekt bietet wertvolle Erkenntnisse für Unternehmen, die nach neuen Wegen der Organisation suchen. Am Zukunftsort Berlin Schöneweide wird somit ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Zukunft der Arbeit unter Berücksichtigung der Arbeitnehmenden zu gestalten.

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Jasmin Leutelt

Projektleitung: Prof. Dr. Stefanie Rathje

Mittelgeber: HTW Berlin

Weitere Informationen zu dem Forschungsprojekt:

Organisationale Kohäsion in holokratischen Hierarchieformen – Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin University of Applied Sciences – HTW Berlin (htw-berlin.de)

In der Bildmitte liegen sechs große Puzzleteile in einem Kreis, als würden sie zusammengehören. Rund um die Puzzleteile stehen kleine Symbolfiguren für Menschen, ebenfalls in Kreisform angeordnet. Im Hintergrund und am Rand sieht man einfache Bilder wie Zahnräder, Glühbirnen, Balkendiagramme und Wolkensymbole, die gemeinsam Arbeit, Ideen und Vernetzung zeigen.