Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2026: Prof. Dr. Klaus-Robert Müller und Prof. Dr. Barbara Vetter mit Leibniz-Preis 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft geehrt

19.03.2026

Zwei herausragende Forscher:innen aus den Berliner Zukunftsorten wurden für ihre exzellente Forschung ausgezeichnet: Prof. Dr. Klaus-Robert Müller von der Technische Universität Berlin und Prof. Dr. Barbara Vetter von der Freie Universität Berlin stehen exemplarisch für die interdisziplinäre Spitzenforschung der Hauptstadt.

Prof. Dr. Klaus-Robert Müller – Maschinelles Lernen, TU Berlin

„Klaus-Robert Müllers Forschung zeichnet sich dadurch aus, dass sie formales mathematisches Denken mit einem stark anwendungsorientierten Vorgehen verbindet. Bereits in den 1990er-Jahren legte er gemeinsam mit Vladimir Vapnik die Grundlagen auf dem Gebiet der sogenannten Support-Vector-Machines (SVM), die eine der wichtigsten theoretischen Entwicklungen im Bereich des Maschinellen Lernens darstellen. Zudem leistete er herausragende theoretische und praktische Arbeiten zu tiefen neuronalen Netzwerken. Seine neueren Studien legen Grundlagen im Bereich der erklärbaren künstlichen Intelligenz (explainable artificial intelligence, XAI) – eine Forschungsrichtung, die darauf abzielt, die Arbeitsweise von AI-Systemen zu verstehen und zu erklären, wie Lernalgorithmen zu ihren Vorhersagen kommen. Zudem gelangen Müller bahnbrechende Arbeiten, die das Maschinelle Lernen in den Wissenschaften einsetzen. Ein Fokus liegt dabei auf der Physik und der Chemie. So ist es ihm gelungen, Maschinelles Lernen zur Vorhersage von Lösungen der Schrödinger-Gleichungen einzusetzen.“ (DFG)

BildbeschreibungFoto: Prof. Dr. Klaus-Robert Müller © DFG / David Ausserhofer

 

Prof. Dr. Barbara Vetter – Theoretische Philosophie, FU Berlin

„Die Frage, wie sich Möglichkeiten denken lassen, beschäftigt die Philosophie seit ihren Anfängen. In der zeitgenössischen analytischen Philosophie dominiert dazu das Modell einer Pluralität möglicher Welten. Barbara Vetter hat dieses Modell einer grundsätzlichen Kritik unterzogen und entwickelte ein alternatives Konzept – nämlich das der Potenzialität –, das Möglichkeiten als treibende Kraft und Vermögen in der aktuellen Welt darstellt. Die Arbeit wurde in der Fachwelt auch für ihre handwerkliche Virtuosität gelobt und hat die Diskussion maßgeblich beeinflusst. Aktuell arbeitet Vetter daran, den Ansatz handlungs- und erkenntnistheoretisch weiterzuentwickeln: Wie unterscheiden sich Fähigkeiten von anderen Möglichkeiten, beispielsweise Veranlagungen? In welcher Beziehung stehen kognitive und praktische Fähigkeiten zueinander? Wie erfahren wir etwas über unsere eigenen Fähigkeiten? Ihre These dabei: Die Kenntnis der eigenen Fähigkeiten und Handlungsoptionen ist für Handelnde die Grundlage ihres Wissens um Möglichkeiten. Mit ihren Arbeiten trägt Vetter dazu bei, Deutschland zu einem international interessanten Ort einer zeitgenössischen analytischen Metaphysik, Erkenntnistheorie und Handlungstheorie zu machen.“ (DFG)

BildbeschreibungFoto: Prof. Dr. Barbara Vetter © DFG / David Ausserhofer

 

Weitere Informationen:

Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2026 | DFG

PreisträgerInnen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisverleihung-2026