Feierliche Eröffnung der Forschungszentren Si-M und BeCAT
27.04.2026
Health Innovation Quarter Berlin-Mitte
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Technische Universität Berlin haben die beiden neuen Forschungszentren „Berlin Center for Advanced Therapies“ (BeCAT) und „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) auf dem Campus Bio- und Medizintechnologie in Berlin-Wedding eröffnet. Ziel ist es, innovative Therapien für bislang schwer behandelbare oder unheilbare Erkrankungen zu entwickeln und schneller in die klinische Anwendung zu bringen.
Im Zentrum Si-M arbeiten Ingenieur- und Lebenswissenschaften eng zusammen, um menschliche Biologie realitätsnah zu simulieren – von molekularen Prozessen bis hin zu Organfunktionen. So entstehen neue Modelle für ein besseres Verständnis von Krankheiten und die Entwicklung gezielter Therapien. Im BeCAT liegt der Fokus auf sogenannten „lebenden“ Arzneimitteln, etwa Zell- und Gentherapien, die Krankheiten ursächlich behandeln sollen.
Beide Einrichtungen stehen für einen interdisziplinären Ansatz, modernste Forschungsinfrastruktur und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Klinik und Technologie. Sie sind zentrale Bausteine des wachsenden Gesundheitsstandorts in Berlin und stärken die Rolle der Hauptstadt als führendes Zentrum für medizinische Innovation.
Zur gemeinsamen Pressemitteilung von Charité und TU Berlin
Feierliche Eröffnung der Forschungszentren Si-M und BeCAT: Charité – Universitätsmedizin Berlin
Feierliche Eröffnung der Forschungszentren Si-M und BeCAT – TU Berlin
Weitere Informationen
„Berlin Center for Advanced Therapies“ (BeCAT)
Als Forschungsneubau wurde das BeCAT mit Labor- und Reinraumnutzung sowie den zugehörigen Arbeitsplätzen auf fünf Ebenen auf rund 1.400 Quadratmetern errichtet. Die Forscherteams der Charité entwickeln dort sogenannte „Advanced Therapies“, die als gezielte Zellpräparate die Gesundheit der Patient:innen wiederherstellen können. Entwickelt werden sollen sogenannte „Advanced Therapy Medicinal Products“ (ATMP) aller drei Klassen: Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. In einer modularen GMP-Laboreinheit kann die Herstellung aller ATMP-Klassen auch in Verbindung mit Biomaterialien bis hin zum 3D-Bioprinting ermöglicht werden. Die technischen Anforderungen an die Reinraumlabore machen die Errichtung aufwendiger Haus- und lüftungstechnischer Anlagen erforderlich.
„Der Simulierte Mensch“ (Si-M)
Der Forschungsbau umfasst drei Labor- und zwei öffentlich zugängliche Ebenen. Von den über 3.250 Quadratmetern Nutzfläche entfallen rund zwei Drittel auf Labore und Forschungsbereiche. Im Si-M arbeiten Wissenschaftler:innen von Charité und TU Berlin interdisziplinär zusammen. Dabei werden Funktionen von Organen oder Geweben in Organoid- oder „Organ-on-a-Chip“-Modellen untersucht. Mithilfe moderner Zytometrie lassen sich humane Zellen direkt aus dem Blut, aus Gewebe-, oder Organproben genau charakterisieren. Öffentliche Bereiche mit Ausstellungen, Workshops und Vorträgen ermöglichen den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Zudem geht es im Si-M darum, vornehmlich für junge Forschungsteams beste Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Darüber hinaus ist das Si-M Teil der Berliner University Alliance, in der Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und die Charité als Exzellenzverbund kooperieren.
Foto: Kevin Fuchs